Entartete Kunst in Palma

Zeichnung von George Grosz (beschnitten)

„Entartet“ – so lautete das vernichtende Urteil der Nationalsozialisten, wenn Kunst nicht gefällig-neutral war oder ihr menschenverachtendes System unterstützte. Vor allem Bücher und Malerei fielen Verbrennungen zum Opfer, die Künstler verschwanden ins Konzentrationslager oder wurden direkt getötet. George Grosz, ursprünglich Georg Groß (1883-1959), hatte Glück. Er war kurz vor der Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 in die USA mit seiner Familie emigriert, lehrte dort an der New Yorker Kunstschule und wurde 1938 auch eingebürgert. Trotzdem blieb ihm in den USA die Anerkennung verwehrt, bzw. er konnte mit seinen Werken nicht wirklich überzeugen.

Das Caixa-Forum in Palma an der Plaza Weyler zeigt nun in Kooperation mit einer Münchner Sammlung 180 Werke von Grosz, vor allem Zeichnungen, die unter dem Motto „Von Berlin bis New York. Werke 1912-1949“ noch bis 2. September zu besichtigen sind. Schon gegen die Weimarer Republik und den ersten Weltkrieg opponierte der auch der Dada-Bewegung anfänglich zugeordnete Maler mit Hilfe seiner Kunst. Ein Kämpfer gegen Militarismus, gegen Autorität, gegen den Klerus – was sich natürlich im zweiten Weltkrieg noch verstärkte. Seine Bilder zeichnen auch ein Bild der Depression, des Hungers, der Nachkriegsgesellschaft. Ein engagierter, politischer Künstler, der – wie er sagte – seine Kunst als „Gewehr und Säbel“ verstanden wissen wollte.

Interessant für all jene, die des Spanischen nicht mächtig sind: Es gibt kostenfreie Führungen in Deutsch – und zwar am 20.+27. Juni sowie am 4.+11. Juli. Weitere Termine stehen noch nicht fest. Reservierungen unter 971 178 512. Der Eintritt ins Museum ist ebenfalls gratis.

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