Man spricht nur Spanisch! Bei der Polizei

Polizei in Palma

Ihnen wird die Tasche geklaut. Sie trinken einen über den Durst und eine freundliche anlehnungsbedürftige Dame schnappt sich ihr Geld. Oder Sie haben ihre Brieftasche schlicht verloren. Da heißt es ‚ab zur Polizei‘, um dort eine Anzeige zu erstatten oder eine Verlustanzeige aufzugeben. Dies wird in Zukunft heftig erschwert, wenn Sie kein Spanisch können.

Denn das Sparen geht weiter. Ohne Pardon. Es werden nämlich die für viele Touristen und auch hier lebenden Ausländer wichtigen Übersetzer in den Polizeidienststellen abgeschafft. Dies gilt sowohl für all jene, die Anzeigen stellen wollen als auch für Inhaftierte. Ein frommer Wunsch: die Beamten sollen künftig selbst in der Lage sein, die Betroffenen in deren Sprache zu betreuen. Die Realität zeigt, dass dies nur selten der Fall ist. Wobei wir da wieder auf das schlechtere Schulsystem kommen, die Fremdsprachenunterricht nur wenig fördern. Nun ja, ein Kreislauf, der aber in diesem Falle verstärkt den Tourismus stört.

Denn wer an der Playa de Palma Urlaub macht und beispielsweise von einer Dame des horizontalen Gewerbes ausgeraubt oder von anderen Dieben überfallen wird, kann nunmal in den seltensten Fällen Spanisch. Insofern kann er seine Beschreibung des Täters nicht den Beamten verständlich machen, was wiederum die Ergreifung der Täter nahezu unmöglich macht. Ehemals gab es noch die Möglichkeit via Telefon einen kostenlosen Übersetzer hinzuzuziehen. Auch diesen Service gibt es nicht mehr, da die agierende Firma Konkurs angemeldet hat.

Fazit: Die Blindheit beim Sparen sollte endlich gestoppt werden – Ministerpräsident Bauzá sollte schleunigst umdenken und die teils heftigen Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich, bei der Erziehung, der Kultur und im notwendigen Alltagsleben, welches auch die Touristen betrifft und somit nachhaltig auch die Wirtschaft stört, rückgängig machen und sich andere Möglichkeiten überlegen. Der heftige Gegenwind in Form von Protesten, der ihm von der Bevölkerung entgegenweht, sollte Zeichen genug sein. Vor allem sollten die Regierungen – ob auf Landesebene auf Mallorca oder in Madrid – sich nicht den Unwillen der Bevölkerung zuziehen, in dem sie gleichzeitig marode Banken unterstützen wie die „Bankia“, die eine staatliche Finanzspritze von ca. 9 Milliarden Euro erhielt!

Apropos: Am 1. Juni ertönte ein lautes Hupkonzert auf den Avenidas in Palma an der Pl. Espanya. Der Grund – mit Schildern wurden die Autofahrer aufgefordert als Protest gegen die Finanzkrise und die Sparmaßnahmen ihre Hupe zu betätigen.“ Hupe, wenn Du Dich von den Banken beraubt fühlst.“  Diesem Aufruf folgten viele.

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