Naturschutzgebiet S’Albufera ist einen Besuch wert

S'Albufera von oben, Foto: Chixoy, Wikipedia

Kennen Sie die Wagner-Stadt Bayreuth? In einem Jahr haben – von der Menge her gesehen – quasi alle Einwohner dieser nordfränkischen Metropole das Naturresort S’Albuferaim Norden Mallorcas (bei Alcúdia) besucht: 65.000. Damit ist es das meistbesuchte Resort (auf den Hektar umgerechnet) dieser Art in ganz Spanien. Und die Zahlen steigen. Dies gab jetzt die europäische Föderation der Nationalparks und Biosphärenreservate EUROPARC bekannt. Seit 1989 steht das Sumpfgebiet bereits unter Naturschutz. 

Die Ursprünge des Feuchtgebiets gehen in die Antike zurück, Wasser ist die Grundlage – eine Mischung aus Meerwasser und Süßwasser, gespeist aus Wildbächen und Grundwasser. Die Kanäle werden regelmäßig ausgebaggert, die Ufer gemäht, die Deiche gereinigt und der Wasserfluss wird reguliert.

Das Gebiet ist ein Quell für Freunde von Fauna und Flora mit über 400 Pflanzenarten. Es gibt Schilf, Binsen und Queller, im Wasser vor allem das Kamm-Lauchkraut oder das Raue Hornblatt. Unter den Bäumen sind vor allem Silberpappel, Ulmen und Tamarisken herausragend. Pilzfreunde können bis zu 100 Pilzarten sehen.

Bei den Tieren sind nicht nur die Camargue-Pferde interessant, sondern auch fast schon vergessene Arten wie das Purpurhuhn, die Kolbenente oder das Kammblässhuhn wurden wieder angesiedelt. Es gibt über 300 verschiedene Vogelarten, mehr als 10.000 Vögel überwintern in der S’Albufera, damit ist dieses mallorquinische Gebiet eine wichtige Station der Zugvögel. Hinzu kommen knapp 30 Arten von Fischen sowie Enten, Aale, Frösche, Schildkröten und Reptilien, aber auch Fledermäuse, zahllose Insekten sowie 450 Nachtfalterarten. Unter all den Tieren und Pflanzen gibt es auch zahlreiche endemische, also nur auf Mallorca anzutreffende Arten. Im Gebiet sind verschiedene Hütten aufgestellt, von denen man aus die Tiere perfekt beobachten kann.

Der Park ist täglich geöffnet von 9-17 Uhr, der Eintritt ist gratis, man kann ihn erwandern, aber auch mit Fahrrädern befahren. Logisch, dass man als Besucher auf den Wegen bleiben muss und weder Pflanzen zerstören noch Tiere erschrecken sollte.

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