Der gläserne Resident

Geld & Steuern 

Spanien hat der Steuerhinterziehung  den Kampf angesagt: Bis spätestens zum 30. April 2013 sind alle in Spanien steueransässigen Personen (Residente) verpflichtet  gegenüber dem spanischen Fiskus offen zu legen welche Vermögenswerte sie im Ausland besitzen. Anhand dieser Angaben wird das spanische Finanzamt mit den Angaben zur Einkommen- und Vermögensteuer abgleichen, um so Steuersünder zu enttarnen. Bei Nichtabgabe der Erklärung oder unwahren Angaben drohen empfindliche Strafen.

Betroffener Personenkreis

Die neue gesetzliche Regelung betrifft alle Personen, die in Spanien steueransässig (unbeschränkt steuerpflichtig) sind. Deutsche, die zum Teil in Deutschland, zum Teil in Spanien wohnen oder Vermögenswerte in beiden Ländern haben, sollten dringend die Frage der Steueransässigkeit eindeutig klären. Es gibt mehrere Kriterien, nach denen die steuerliche Ansässigkeit zu bestimmen ist. Da ist zunächst die Aufenthaltsdauer in einem Land. Wer sich länger als 183 Tage des Jahres in einem Land aufhält, gilt dort als steueransässig. Weiteres Kriterium ist der Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich auch nach dem Hauptwohnsitz der Familie und dem Schulort der Kinder.

Angabepflichtiges Vermögen

Es gibt drei Kategorien, die von der Erklärungspflicht umfasst sind –  Konten bei Geldinstituten, Lebensversicherungen, Aktien, Fondsbeteiligungen und Immobilien. Erklärungspflichtig ist dessen Vermögen welches am 31.12.2012 den Wert (für jede Kategorie einzeln berechnet)  von 50.000 € übersteigt. Für die Erklärung hat das spanische Finanzamt sehr detaillierte Fragebögen entwickelt. So müssen z.B. bei Bankkonten der Name der Bank, die Adresse, Eröffnungs- und Löschungsdaten der Konten, Salden per 31.12.2012 etc. angegeben werden. Die Fragebögen sind unter www.agenciatributaria.es abzurufen.

Drastische Strafen

Für die Nichtabgabe der Erklärung sowie falsche oder unvollständige Erklärungen drohen drastische Strafen, wobei die Mindeststrafe 10.000 € beträgt. Zudem wird das nicht deklarierte Vermögen dem Einkommen des letzten nicht verjährten Steuerjahres zugerechnet und mit einem Steuersatz bis zu 52 % belegt. Hinzukommen Strafen von 150 % des Einkommensteuerbetrages sowie 6 % Verzugszinsen p.a. Insgesamt kann im Einzelfall der Strafbetrag höher sein als das nicht angegebene Vermögen.

Das neue Gesetz geht einher mit anderen Maßnahmen der spanischen Regierung, wie z.B. der Beschränkung von Bargeldzahlungen auf eine Höchstgrenze von 2.500 €, wenn ein Gewerbetreibender an dem Geschäft beteiligt ist, die Schattenwirtschaft und die Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Nur wenige werden aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit und des Lebensmittelpunktes der Familie die Möglichkeit haben, ihre steuerliche Ansässigkeit aktiv zu gestalten. Der Vergleich Deutschland – Spanien dürfte, insbesondere aufgrund der hohen Freibeträge in der deutschen Erbschaft- und Schenkungssteuer – deutlich zugunsten einer steuerlichen Ansässigkeit in Deutschland ausschlagen.

Quelle:  http://www.minkner.com/

rfwbs-sliderfwbs-sliderfwbs-sliderfwbs-sliderfwbs-slide