Mallorca`s Mandelblüte – ein blühender Traum in Rosa und Weiß

Mallorca Mandelblüte

Foto: H. Montewski_pixelio.de

 

Mallorca-Trend  informiert, zeigt Bilder und Videos und beschreibt die schönsten Routen entlang der Mandelblüte.

Die berühmte Mandelblüte auf Mallorca – kaum ein Naturphänomen löst größere Begeisterung aus und ist für viele Touristen Anlass genug, auch außerhalb der Saison nach Mallorca zu kommen und mit dem Mietwagen oder auf einer Wanderung diesen Blütentraum zu erkunden. Weiß und Rosa leuchten große Teile der Insel. Betrachtet man eine Blüte unter botanischen Gesichtspunkten, so hört sich das wie folgt an: Die zwittrige, radiärsymmetrische, fünfzählige Blüte besitzt ein doppeltes Perianth. Das zylindrische Hypanthium ist außen kahl, die fünf ganzrandigen Kelchblätter sind 5-6 Millimeter lang, während die fünf freien, stumpfen bis ausgerandeten Kronblätter 1,2-2 Centimeter lang sind. Uff! Aber wer will das schon so genau wissen? Sie blühen einfach wunderschön und sind eine Zierde für die Insel.

Generell unterscheidet man zwischen Süßmandelbäumen – prunus dulcis – und Bittermandelbäumen – prunus amara. Gepflanzt und kultiviert werden Mandelbäume generell seit über 4.000 Jahren, auf Mallorca wurde der „Baum der Mohammedaner“ erstmalig von ebenjenen angepflanzt, als sie die Insel dominierten – also ab 902/903 n.Chr.

Mandelbäume – wild oder bewirtschaftet?                                                              

Sieben Millionen Mandelbäume soll es auf der Insel geben. Viele wachsen wild. Bewirtschaftet werden hingegen aktuell leider nur noch rund 25.000 Hektar. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf offizielle Mandelbaum-Plantagen, die auch Subventionen der Regierung bekommen. Trotzdem ist es ein dramatischer Einbruch, wenn man bedenkt, dass es noch vor sechs Jahren gut das Doppelte war. Der Grund dahinter: Für Mandeln zahlt man heutzutage kaum noch Geld. Warten es vor 25 Jahren umgerechnet 90 Cent, sind es heute gerade mal 45 Cent pro Kilo, die an die Landwirte gehen, die für Pflege und Bewirtschaftung ihrer Mandelbaum-Plantagen oft weitaus mehr ausgeben. Wenn man allerdings bedenkt, dass der Verbraucher an die 9, 10 Euro pro Kilo zahlt, wundert man sich schon über die Marge… Und über die Geringschätzung wundert man sich, wenn man sich vor Augen führt, wieviele Produkte aus Mandeln entstehen wie Mandelschokolade, Turrón, Mandelplätzchen, Mandelllikör, Mandelöl und das berühmte Mandelparfüm der Insel: Flor d’Ametler.

Trotz allem haben viele umgestellt auf Oliven oder Wein. Quasi ein Weg zurück zu den Anfängen, denn historisch gesehen waren die meisten Felder, wo heute Mandelbäume wachsen, früher schon mit Olivenbäumen, vor allem aber mit Weinstöcken bepflanzt. Als Ende des 19. Jahrhunderts die tückische Reblaus die Weinstöcke annagte und vernichtete, wechselten viele auf die Mandel – mit finanziellem Erfolg, denn speziell in den fünfziger Jahren waren Mandeln begehrt und ein gutes Geschäft.

Cooper und die Mandelblüte 

©_fredvida_pixelio.de

Heute sind die Mandelbäume vor allem gut für den Tourismus – und die Ästhetik der Insel. Oder könnten Sie sich Mallorca ohne die Mandelblüte vorstellen? Je nach Wetterbedingungen beginnt die Blüte im Januar und kann bis März dauern, abhängig von der Mandelbaum-Variante. Und davon gibt es circa 150 verschiedene. Der warme Winter und der aktuelle Kälteeinbruch hat die Mandelbäume ziemlich durcheinander gebracht. Waren die ersten zarten Blüten schon vor der „Cooper“-Attacke zu sehen, hat die Kälte die Blüten quasi paralysiert und in ihrem Wachstum empfindlich beeinträchtigt. Doch mittlerweile haben die zarten Sonnenstrahlen die Mandelblüten wieder etwas beruhigt und hervorgelockt.

Die schönsten Routen

Wo es aktuell am schönsten ist – da hat jeder so seine eigenen Geheimstellen. Aber folgende Routen gelten generell als blütensicher und sind auch ansonsten landschaftlich bezaubernd, wobei es im Allgemeinen schon genügt, wenn man sich mit seinem Mietwagen (aktuell gibt es günstige Angebote in unserem Reisecenter) oder eigenem Wagen abseits der Hauptstraßen auf Nebenstraßen und kleinen Wegen über die Insel bewegt. Einzig im Norden der Insel rund um Sa Pobla oder Muro, wo die Felder vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden, findet man nur vereinzelt Bäume.

Route 1, Inselmitte:

Von Palma aus fahren Sie die Autobahn Richtung Alcúdia bis zur Abfahrt Consell/Binissalem, nehmen die Straße über Alaró, dann nach Lloseta, Binibona, Mancor de la Vall, Selva, ein Abstecher nach Caimari, dann über Moscari, Campanet zurück zur Autobahn. Falls Sie Hunger bekommen, empfiehlt sich ein Stop im

©Christiane Hergl_pixelio.de

Restaurant Ca’n Tiró Turixent in Mancor de la Vall, wo man einen exzellenten Mandelkuchen serviert, im Ca na Toneta in Caimari bei der Köchin Maria Solivellas, die vieles aus Biodprodukten aus eigenem Garten fertigt sowie im schick gestalteten Joan Marc Restaurant in Inca.

Route 2, Südwesten:

Von Palma aus fahren Sie entweder über Establiments Richtung Puigpunyent oder über Esporles und die Finca la Granja durch das Tal de Superna nach Puigpunyent, von dort geht es weiter nach Galilea, Es Capdella und Andratx. Von dort lohnt sich ein Abstecher nach S’Arracó. Zurück geht es über Calvià, den Berghang entlang über Establiments zurück nach Palma. Ein Besuchstipp an dieser Strecke ist die malerische Bodega Son Puig kurz vor Puigpunyent, beherbergt in einem alten Landpalacio und umgeben von Wein- und Obstfeldern. Eine Führung ist nach Reservierung buchbar (www.sonpuig.com). Kulinarisch empfehlenswert ist etwa das Restaurant The Rose in Puigpunyent.

Route 3, Süden:

Von Palma aus über die Autobahn Richtung Llucmajor, von dort aus gibt es verschiedene kleine Straßen Richtung Süden. Die einen führen nach Cala Pi, die anderen nach S’Estanyol. Alle sind empfehlenswert. Im Süden kann man anschließend quer durchs Land Richtung Santanyi fahren, über Ca’s Concos, Felanitx und Porreres wieder nach Llucmajor und nach Palma zurück. Wenn man Hunger bekommt, sind Lokale wie das Luxus-Sternelokal Zaranda im Hilton-Hotel, das kuschlige La Oveja Negra in Ca’s Concos oder das L’Escrivania in Porreres nahe beim Rathaus unsere Tipps.

Route 4, Südosten/Nordosten: 

Von Palma aus direkt bis Santanyí, von dort über S’Horta Richtung Felanitx, weiter nach Manacor und in den Norden über Son Servera nach Artà. Lohnenswert ist auch ein Abstecher Richtung Ermita de Betlém. Abschließend wieder zurück Richtung Palma über die Strecke Manacor, Montuiri. Ein Schlenker wäre noch schön über das Dorf Randa. Ein langer Weg, der viele kulinarische Einkehrmöglichkeiten bietet, beispielsweise das Sa Plaça in S’Alqueria Blanca für leckere Tapas, das Ca’n March in Manacor für abwechslungsreiche modern-mallorquinische Küche, das Restaurant im Hotel San Salvador in Artà für den gehobenen Anspruch, das Es 4 Vents in Algaida, wenn man etwas vom Grill haben möchte oder das Recó de Randa in Randa, von dessen Terrasse aus sie einen Traumblick über die Insel genießen.

Text: Martina Zender

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